Aiki Plattenhardt

Willkommen beim Blog von Aiki Plattenhardt! Hier entsteht ein Pool mit Eindrücken von Trainings und Lehrgängen, Tips und Ideen zum Aikido-Training, internen Neuigkeiten und allem, was wir sonst noch miteinander teilen und archivieren möchten. Viel Spaß!

Freitag, Dezember 15, 2006

Blog ist umgezogen!

Unser Blog ist umgezogen. Ihr findet es jetzt hier.

Dort müsst ihr euch als Benutzer neu anmelden. Tut mir leid, aber wir haben dort ein paar Vorteile, die wir hier nicht haben. Alle alten Posts bleiben erhalten.

Liebe Grüße,
Sonja

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Endlich wieder auf der Matte

Nach Erkältung, erneuter Verletzung und krankem Kater konnte ich am Montag endlich wieder mit Jules Training geben. Wir waren zwar dieses Mal nur eine kleine Gruppe, aber die Atmosphäre war sehr konzentriert und das Training hat mal wieder viel Spaß gemacht.

Neu war für mich, dass ich dieses mal einen Punkt bei einer Technik hervorheben wollte - das Kontrollieren der Mittelachse, von dem Martin in letzter Zeit oft spricht und das ich langsam anfange zu verstehen (hoffe ich zumindest) - und dass ich mit dieser Idee gespielt habe um zu sehen, wie man genau dieses Detail üben kann und in welchen Techniken es besonders hervorsticht. Dieses "Spielen" mit Ideen ist Neuland für mich. Es zeigt mir, dass sich mein Verständnis vielleicht langsam Schritt für Schrit von Techniken löst und ich im Denken und Üben freier werde. Das ist eine Entwicklung die man nicht erzwingen kann und über die ich mich sehr freue. Ich glaube sie ist ein wichtiger Teil auf dem Weg hin zum "eigenen" Aikido.

Gestern hatte ich dann ein echt supertolles Training bei Martin. Manchmal gibt es Tage, da steht man auf der Matte und hat das Gefühl, dass kommen kann, wer und was will. Gestern war so ein Tag. Ich habe meinen sicher10-15 kg schwereren Uke mühelos hart geworfen - immer wieder und mit zunehmendem Spaß :-) und stand beim Abschluss der Technik total sicher.
Obwohl meine Eltern eine sehr emanziperte Beziehung führen, bin ich in unserer Gesellschaft trotzdem mit dem Wissen aufgewachsen, dass wir als Mädchen eben schwächer sind. Ist ja auch nicht ganz falsch, denn ich habe wirklich keine Kraft in den Armen und habe beim Schulturnen immer wie ein nasser Sack Mehl am Reck gehangen. Wenn ich dann in diesen Momenten auf der Matte so mühelos einen schwerere, stärkeren Mann derart werfen kann, ist das für mich eine wirklich tolle Erfahrung. Nicht nur für mein Aikido. Diese Momente kommen immer öfter vor, obwohl die Tage, an denen die Löcher in meiner Technik dominieren noch deutlich in der Überzahl sind :-)

Erkenntnis de Tages: Übung macht den Meister.

Sonntag, November 26, 2006

Aiki is everywhere

Ich habe das Seminar über Renaissancefechten überlebt. Zwei Tage lang wurde gnadenlos gestochen und parriert. Mit (stumpfen) Waffen. Jedoch bleibt eine Waffe immer eine Waffe. Mit lediglich ein paar Handschuhe und Reflexe zum eigenen Schutz, war die Bedrohung durchaus vorhanden. Sowas steigert die Konzentration und die Aufmerksamkeit immens.

Nach diesem Wochenende kann ich mit voller Gewissheit sagen: Aiki ist überall.

-Distanz, Timing, Harmonieren, Ausweichen, Entspannung, Zentrum und sogar die Fußarbeit. (Ein Taisabaki bleibt eben ein Taisabaki, auch wenn die ignoranten Westlichen keinen anständigen Namen dafür haben außer "mach das hier mit den Füßen, um die gegnerische Klinge auszuweichen". Der japanische Name scheint mir eindeutig kurzer und schicker zu sein.)

Aiki ist aber auch Kopfsache: Das aufmerksame Warten vor dem Angriff. Die Ruhe, wenn der Angriff kommt, die geistige Klarheit.

Ich wurde schon das eine oder andere Mal vom Bokken-schwingenden Kiai-schreienden Aikidoka angegriffen. Ein "Allee" behauptender Typ mit einem übergroßen Zahnstocher muss sich noch ein Bissle mühe geben, um mich zu erschrecken. "Allee", wie viele von uns zweifellos bereits wissen, ist ja eine Straße, die zwischen zwei Reihen von Bäumen verläuft.

Von einem Menschen angegriffen zu werden, der gerade "Straße, die zwischen zwei Reihen von Bäumen verläuft!" schreit, ist weitaus weniger erschreckend als
"KIIIIIIIIIIAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAI!!!!!!!"

Nach dieser kleinen philolpgoschen Ausschweifung, nun zurück zum eigentlichen Thema: Geistige Ruhe.

Meine ist zwar nicht so gut, wird immer besser und zahlt sich immer wieder aus.
Dank dieser Ruhe habe ich aus dem Seminar viel mehr mitnehmen und lernen können, als sonst möglich gewesen wäre. Dank ihr habe ich auch viel mehr Spaß gehabt.

Es gibt eine Geschichte über den berühmten Samurai, Miyamoto Musashi: Ein Meister der japanischen Teezeremonie ist zu ihm gekommen und hat ihm um Schwertunterricht gebeten. Ein Samurai hat den Teemeister zum Duell herausgefordert. Da er nichts über den Schwertkampf wusste, dachte der Teemeister, er sei regelrecht im Arsch. Musashi dagegen war anderer Meinung.
"Du bist doch Meister der Teezeremonie. Begegne doch deinem Gegner mit derselben Aufmerksamkeit und Konzentration, der du der verdammten Brühe immer widmest," meinte Musashi.
Von dieser Yoda-ähnlichen Aussage entsprechend erleuchtet, tratt der Teemeister gegen den Samurai an. Der Samurai fand keine Lücke in der Konzentration und dem Fokus des Teemeisters. Das war ihm dann zu blöd und er brach den Kampf ab und ging nach Hause. Der Teemeister machte weiterhin Tee und die Geschichte ging somit zu Ende.

Der Sinn dieser Geschichte?
Sei nett zu deinem Teehändler? Wer mit einem Schwert in der Hand den ganzen Tag in der Sonne steht, hat einen Schatten?
Viele Dinge, die wir wissen, sind vielseitig verwendbar und wir können Vieles verstehen. Besonders wenn wir dem Neuen mit offenem Geiste begegnen.

Freitag, November 17, 2006

(Uke) sein oder nicht sein...

Gestern im Training bei Martin haben wir fast eine Stunde lang kaiten nage soto gemacht. Das war echt super. Nicht oft hat man die Zeit, so tief in eine Technik einzusteigen und sich die Details genau anzusehen. Und Martin findet ja bekannterweise immer Details die falsch oder verbesserungswürdig sind :-)

Auf dem Weg zum Training sprachen Martin und ich darüber, wie es ist, wenn man von einem Sensei als Uke benutzt wird. Martin meinte, da sei man wahrscheinlich schon ganz schön aufgeregt (siehe Ben´s Post von neulich). Aufgeregt? Aber hallo! :-) Nicht nur das. Zumindest in meinem Fall. Wie Ben schreibt will man selbstverständlich den Lehrer nicht blamieren und sich als Uke möglichst so verhalten, dass der Lehrer die Technik und seine Hinweise optimal vorzeigen kann. Ich finde aber, es ist noch mehr als das. Besonders wenn man vom eigenen Lehrer nach vorne geholt wird, hat es noch mehr Dimensionen. Meinen eigenen Lehrer möchte ich natürlich noch viel weniger blamieren, als einen fremden. Schließlich setzt er genug Vertrauen in mich um mir zuzutrauen, dass ich das da vorne auch kann. Außerdem ist jeder Schüler auch immer eine direkte Reflektion des Lehrers - irgendwo muss ich das ja schließlich herhaben, was ich zeige und mache. Last but not least kommt dann für mich noch dazu, dass ich es als Ehre und Anerkennung empfinde, wenn ich als Uke herhalten darf. Es ist eine wertvolle und unmittelbare Art, von einem Lehrer lernen zu können und nie kann man das eigene Ukemi mehr verbessern als wenn man von jemandem rumgeworfen wird, dem man 150%ig traut.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich zum ersten Mal bei einem Lehrgang Martin´s Uke war. Ich dachte alle müssten hören, wie mein Herz schlägt. Auch heute bin ich noch aufgeregt, wenn er das außerhalb unseres Dojos mit mir macht. Aber es ist eine absolut positive Aufregung und ich genieße jeden Augenblick.

In unserem Dojo in Plattenhardt zeigen Jules und ich momentan die meisten Techniken noch miteinander vor, weil wir so viele Anfänger haben und es deshalb wichtig ist, nicht nur die Technik sondern auch das dazugehörige Ukemi zu sehen. Aber eigentlich freue ich mich darauf, dass auch ihr in absehbarer Zeit so weit sein werdet, diese Rolle zu übernehmen und auf diese Art zu lernen. Es ist unheimlich bereichernd und macht einfach tierischen Spaß! :-)

Erkenntnis des Tages: Uke werden ist sehr schwer, uke sein noch viel, viel mehr!

Donnerstag, November 16, 2006

Ich kann fliegen

ok, ich will offen mit euch sein. Als ich letzets Jahr mit Aikido angefangen habe, kannte ich nicht eine Bewegung, keine Bilder und hatte auch keine Vorführung gesehen, bin also total blank ins erste Training. Dort hatte ich gleich viel Spaß am rollen und überhaupt an den runden Bewegungen. Dann wurde mir langsam klar wie dynamisch das ganze sein kann aus den Vorführungen von Sonja und Jules und den Ausführungen auf den Lehrgägen. Die Vorübungen für die harte Fallschule machten klar, Kopf ausschalten und Herz über den am Boden knienden Uke schmeissen und ab dafür. Doch am Montag hat die harte Fallschule begonnen und seither sehe ich uns über den Bambuswald fliegen :-).
Ohne Witz was für eine tolle Erfahrung, ich bin schwer beeindruckt auch von allen anderen, wie mutig sich jeder auf die Matte werfen ließ.
MutigeHerzen ahoi

Dienstag, November 14, 2006

Klarheit

Das erste, was mich im letzten Training beschäftigt hat war Klarheit. Was Aikido betrifft, heißt das für mich: nicht trippeln, nicht wischi-waschi sein, sondern eindeutig und bestimmt. Klar eben. Klar?! :-)
Das ist mal wieder eine von den Sachen, die ich gerne vom Aikido mit in den Alltag nehmen möchte. Wie oft habe ich schon Situationen erlebt, wo ich mich meinem Gegenüber nicht eindeutig genug verhalten habe, nicht bestimmt genug aufgetreten bin oder aber (das Gegenteil davon) mit zu viel Kraft und nur auf mein Ziel konzentriert vorgegangen bin. Ich möchte gerne lernen, klar und bestimmt zu sein - besonders natürlich in Konflikt-Situationen, aber auch im Alltag. Und das, ohne andere zu verletzen, ohne Rücksicht auf Verluste nur mein Ziel vor Augen zu haben und auch ohne mir selbst untreu zu werden. Aiki spirit. Nun ja, man lernt Schritt für Schritt und jedes Training hilft auf unserem Weg ein kleines Stück weiter.

Was mich an unserer Gruppe positiv beeindruckt ist, wie wir die guten Seiten aneinander zu fördern scheinen. Coolness, Ehrgeiz, Neid und all die anderen Schwächen die jeder Mensch so mit sich rumträgt, treten in den Hintergrund und stattdessen haben wir zwei Mal die Woche eine so positive, konstruktive Atmosphäre im Dojo. Ich bin sicher, es kommen auch mal andere Zeiten. Das ist nur menschlich. Aber es ist auf jeden Fall ein Start, den ich so nicht erwartet hatte.

Tja, und natürlich war es mehr als nur toll, zu sehen, wie alle in der Gruppe, vom Weißgurt bis zum Grüngurt, die harte Fallschule mitgemacht haben. Und nicht nur das, ihr hattet sogar alle Spaß daran! Ich will mir gar nicht vorstellen, wie wir in einem Jahr oder so durch die Halle fliegen werden. Ihr werdet gar keinen Spaß mehr an Bodentechniken haben :-))) Eure Bereitschaft, diese Fallschule-Übungen (zum GRoßteil sogar völlig Angst-frei) mitzumachen, hat mir mal wieder gezeigt, dass es wichtig ist, Menschen etwas zuzutrauen. Wenn andere mir viel zutrauen, werde ich auch mehr erreichen, weil ich selbst mehr an mich selbst glaube. Glaube ich zumindest ;-)

Erkenntnis des Tages: Ikkyo: eins, zwei, drei - vorbei!

Rolling, Rolling, Free-Falling...

Zuerst möchte auch ich Ben nochmal auf diesem Weg zum neuen Gurt gratulieren. Ich habe dir ja schon gesagt, wie beeindruckt ich von deinem Ukemi für Martin auf dem Lehrgang war! Und jetzt bist du nicht mehr grün hinter den Ohren, sondern um den Bauch ;-)
Für mich war das letzte Wochenende mal wieder eine wirklich tolle Erfahrung. Ich fand den Einstieg am Samstag ehrlich gesagt auch etwas schwierig. Zum einen weil ich wie Susanne gefremdelt habe, und zum anderen weil es eine Weile gedauert hat, bis mich der Aikido-Sog gepackt hat und ich wirklich konzentriert trainieren konnte. Dann war es super, und ich bin froh, dass ich dabei sein konnte!
Gestern hatte ich dann allerdings ziemlichen Muskelkater und echte Bedenken, was das Training am Abend anging. Und ausgerechnet an diesem Abend haben wir mit der harten Fallschule angefangen. Und - wer hätte es gedacht? - es ging sogar! Ich finde es super, dass wir damit nicht noch ewig warten müssen, sondern ihr uns schon so früh an die Freuden des Ukemi heranführt, Sonja und Jules! Ich bin sicher, wenn man das richtig beherrscht, bekommt Aikido nochmal eine ganz neue "Spaßfaktor-Dimension" ;-)
Überhaupt wird mir immer klarer, wie wichtig Ukemi ist. Am Anfang ist man ja nur auf das "Nage-Sein" konzentriert, aber ein guter Nage braucht für ein gutes Training natürlich immer auch einen guten Uke. Ich freue mich schon auf den Ukemi-Lehrgang im Januar!
Mein Körper ist jetzt gerade ganz froh über die Pause bis Freitag, aber nach einem heißen Bad freue ich mich schon wieder auf´s nächste Training! Und natürlich auf das Feiern danach!

Montag, November 13, 2006

Es grünt so grün

Gratulation zu deinem Grüngurt Ben.Von der Prüfung habe ich nicht viel mitgekriegt aber ich fand deine Leistung als Martins Uke richtig gut und es sah manchmal sogar so aus als hättest du auch wenig Spass :-) sehr konzentriert, sehr energetisch.
Mein Lehrgang in Waiblingen fing nicht so gut an, ich habe am Samstag ein wenig gefremdelt und wieder einmal begriffen wieviel Offenheit dazugehört auf unbekannte TeilnehmerInnen zuzugehen und miteinander zu trainieren. Mein Glück ich war in einer netten und vertrauten Clique dort und konnte mich erstmal mit vertrauten Menschen rantasten. Später hat sich das gelegt und der Spass kam zurück. Hoffentlich kann ich mir dieses Gefühl merken um später auch anderen den Einstieg zu erleichtern.
Das Sonntag Training mit Stock war genial und ich kam mir mindestens wie der vorletzte Samurai vor :-)
Frage zum nächsten Training: Wann gewöhnt sich mein Körper an Aikido? von meinem Geist will ich noch gar nicht reden.
Aiki-Ahoi